Mein Start mit Hörgeräten

In diesem Blog geht es darum, wie ich die Hörgeräte (HG) bekommen habe, wie es funktioniert und wie ich es finde.

Ich habe meine HG bekommen, als ich ganz klein war. Schon mit 8 Monaten war klar, dass ich nicht gut höre.

Aber es war sehr schwer, sie richtig einzustellen. Warum, erkläre ich euch gleich:

Um HG richtig programmieren zu können, muss man vorher wissen, was man genau hört. Dh man muss herausfinden, welche Tonhöhen man hört und ab welcher Lautstärke man sie hört. Nur so kann man genau den Bereich verstärken, den man tatsächlich braucht.

Dafür wird ein Audiogramm gemacht. Das läuft so ab:

Es werden Töne vorgespielt, und man muss auf einen Knopf drücken, sobald man den Ton hört. Sie werden in unterschiedlichen Frequenzen, also Tonhöhen, und unterschiedlichen Lautstärken vorgespielt. Das Ergebnis wird auf einem Diagramm festgehalten: das heißt Audiogramm. Je nachdem wie das Audiogramm aussieht, werden die HG eingestellt.

Ein Baby kann das natürlich nicht. Einem Baby oder kleinem Kind werden eher Lieder oder Geräusche vorgespielt und die Logopädin muss genau beobachten, ob das Baby reagiert. Aber das ist natürlich nur eine Annäherung an das, was das Baby wirklich hört.

Bei einem Kind kann schon ein sogenanntes Spiel-Audiogramm gemacht werden. Dabei werden dem Kind wieder Geräusche, Musik oder Töne in unterschiedlicher Lautstärke vorgespielt, und das Kind muss z.B. ein Holzstück auf ein Brett stellen, sobald es etwas hört.

Später kommen dann noch Worte dazu, die man nachsprechen muss. Das sind aber nur einsilbige Worte, wir z.B. Tor, Ohr, Bach, Dach, um zu sehen, wie deutlich man hört.

Das kann schon recht lange dauern und ist mit der Zeit sehr anstrengend.

Ich war sehr oft bei der Logopädin, zuerst jedes Monat, dann alle 2-3 Monate, um herauszufinden, was ich wirklich höre. Es hat sehr lange gedauert, bis bei mir die HG endlich halbwegs richtig eingestellt wurden. Erst als ich 5 Jahre alt und meine 2. HG bekommen habe, waren die Audiogramme endlich relativ gleich. Davor war die Hörkurve jedesmal anders.

Wie waren die HG für mich?

Am Anfang wollte ich die HG gar nicht. Ich habe sie mir ständig aus den Ohren genommen. Ich glaube, dass sie nicht richtig eingestellt waren und mir die vielen Geräusche zu viel waren.

Außerdem besteht ein HG aus mehreren Teilen. Eins davon ist das Ohrpassstück. Das ist der Teil, der direkt in der Ohrmuschel sitzt und genau passen muss. Wenn es nämlich nicht passt, quietscht das Gerät dauernd. Ich bin, wie jedes Baby, schnell gewachsen und brauchte ständig neue Ohrpassstücke, manchmal waren sie mir nach 6 Wochen schon wieder zu klein. Wir mussten dann zum Hörgeräteakustiker und neue machen lassen. Außerdem haben die Ohrpasstücke manchmal gejuckt.

Im Kindergarten war ich die einzige mit HG und habe sie gehasst. Aber eigentlich habe ich es gehasst, schlecht zu hören, und die HG überhaupt zu brauchen.

In der Schule, war es für mich OK, die HG zu tragen, weil ich in einer Gehörlosenschule war. Dort war es normal, jeder hatte HG oder CIs. Sie haben mir sehr geholfen die Sprache zu lernen.

Wenn ich aber in einer Umgebung mit lauter Hörenden bin, wünsche ich mir immer, auch gut zu hören, und keine HG oder CIs zu brauchen.

 Ich hoffe, der Beitrag war interessant für euch!

Hier ist der Link zum Video: https://youtu.be/N5sg0m1CUH4?si=5k7IHDTfIV9_IbKW

Zurück
Zurück

Mein Wunsch nach Freundschaft

Weiter
Weiter

Weniger Sicht - mehr Gefühl!