Weniger Sicht - mehr Gefühl!
In diesem Blog geht es darum, wie ich mit meiner Sehbehinderung Schifahre und worauf ich achten muss.
Wenn die Sonne scheint, kann ich den Schnee gut sehen und erkennen, ob er hart, griffig oder weich ist. Im Schatten oder bei bewölktem Himmel ist es jedoch schwierig, dabei kann ich hauptsächlich spüren, wie der Schnee ist, hart oder weich oder schwer.
Wenn ich mit einem Guide, also meistens mit meinem Papa oder meiner Mama, fahre, achte ich nur auf ihn oder sie.
Wenn ich ausnahmsweise alleine fahre, schaue ich mir an, wo und wie die anderen Leute fahren, damit ich genug Abstand halten kann. Manchmal komme ich ihnen aber leider zu nahe, und weiß dann nicht, wie ich am besten fahren soll. Dann frage ich mich, ob ich schneller fahren und überholen soll, oder lieber hinter der Person bleiben soll.
Im Schatten traue ich mich nicht, alleine zu fahren. Ich bin dann sehr langsam und achte auf die Schilder und Absperrungen, damit ich auf der richtigen Spur bleibe. Trotzdem fühle ich mich sicherer, wenn jemand vor mir fährt.
Wenn ich von der Sonne direkt in den Schatten fahre, ist das schwierig für mich und ich muss mich erst an die Lichtverhältnisse gewöhnen.
Wenn mein Guide vor mir fährt, sehe ich ihn gut und bin so auf ihn konzentriert, dass ich kaum auf andere Leute achte. Manchmal schaue ich auch auf den Schnee und kann ihn bei schönem Wetter gut erkennen. Ich merke aber vor allem durch das Fahren, ob der Schnee hart und griffig oder weich ist.
Manchmal muss ich mich über andere Schifahrer ärgern, weil sie so rücksichtslos fahren. Es kommt immer wieder vor, dass sie zwischen dem Guide und mir einfach durchfahren, obwohl wir unsere gelben Sehbehinderten-Shirts anhaben und der Platz zwischen uns sehr klein ist. Manchmal kommt auch ein Schifahrer sehr schnell von hinten und hält keinen Abstand. Speziell wenn er links von mir vorbeifährt, habe ich keine Möglichkeit zu reagieren, da ich auf dem linken Auge nichts sehe. Das war manchmal schon sehr gefährlich!
Wie mache ich das am Lift?
Wenn ich mit dem Sessellift fahre, funktioniert das wie bei jedem anderen auch. Ich kann den Lift gut erkennen und weiß, wann ich mich hinsetzen kann. Bei manchen Sesselliften, die sehr schnell fahren, kann das ein bisschen stressig werden, weil ich nur kurz Zeit habe, den kommenden Sessel zu sehen. Dann spüre ich den Sessellift schon und muss mich sofort hinsetzen.
Beim Tellerlift oder Schlepplift drehe ich ebenfalls den Kopf und schaue, ob der Bügel kommt und nehme ihn. Aber ehrlich gesagt, ist es mir lieber, wenn ein Liftwart da ist und mir den Bügel in die Hand gibt. Manchmal kommt der Bügel recht schnell und ich traue mich nicht, ihn alleine zu nehmen, weil ich Angst habe, mich zu verletzen.
Schwierig kann es auch bei der Gondel werden, wenn man die Schi außen hineinstecken muss. Da die Gondel immer langsam weiterfährt, kann ich nicht genau erkennen, wo die Öffnung für die Schi ist und kann die Schi nicht schnell genug hineinstecken. Wenn dann auch noch viele Leute bei der Gondel sind und drängen, geht gar nichts mehr. Meistens nimmt mein Papa die Schi und hilft mir.
In manchen Skigebieten gibt es auf einem Teil der Strecke einen Riesentorlauf. Wenn ich das sehe, möchte ich ihn unbedingt fahren, weil ich das sehr cool finde. Dabei muss ich die Tore genau anschauen und mich konzentrieren, um zu wissen, wann ich einen Schwung machen muss. Wenn die Piste steil ist, wird es schwieriger für mich, weil ich die Tore nicht so leicht sehen kann. Beim zweiten Mal kenne ich die Tore schon und kann ganz normal fahren. Ich versuche, so nah wie möglich am Tor zu fahren, aber das muss ich üben.
Am liebsten würde ich bei richtigen Schirennen mitfahren und das professionell machen, weil ich so gerne schifahre und mich mit anderen messen möchte. Am liebsten wären mir Super-G und Riesentorlauf, vielleicht auch noch Abfahrt. Ich liebe einfach die Geschwindigkeit!
Ich hoffe, der Beitrag gefällt euch!
Hier ist der Link zum Video: https://youtu.be/IYxtsxq3zPQ?si=Ww_BF73E0hccEe3x