Mein Leben mit Hör- und Sehbehinderung
In diesem Blog geht es um meine Hörsehbehinderung.
Einerseits bin ich sehbehindert.
Es gibt viele verschiedene Arten von Sehbehinderungen, angefangen von leicht, wo man nur eine Brille braucht, bis zu kompletter Blindheit. Dazwischen gibt es unzählige Varianten wie viel, wie scharf oder wie weit man sieht. Auch das Tragen einer Brille bedeutet nicht automatisch, dass man damit "normal" sieht.
Andererseits bin ich auch hörbehindert.
Auch bei Hörbehinderungen gibt es viele verschiedene Abstufungen: bei welchen Tonhöhen, welcher Lautstärke und Deutlichkeit man hören und die Sprache verstehen kann.
Mit Hörgeräten und Cochlea Implantaten kann man zwar besser hören, aber man muss sich das ganz anders vorstellen als bei einer Brille, weil das Ohr ganz anders funktioniert als das Auge.
Egal wie schlecht man hört, ist es leider so, dass man trotz Hörhilfe oft nachfragen muss.
Wie genau ist das jetzt bei mir? Ich sehe nur mit dem rechten Auge und das linke Auge ist blind. Wenn ich etwas lese, dann schaue ich schief, weil ich nur mit einem Auge sehe und meine Netzhaut etwas verschoben ist. Vielleicht fällt euch auf, dass ich nicht ganz gerade in die Kamera schaue. Außerdem bin ich stark kurzsichtig, daher muss alles, was ich genauer sehen möchte, in der Nähe sein.
Ich sehe Personen und größere Gegenstände gut, erkenne sie aber erst, wenn sie näherkommen. Damit ich etwas gut lesen kann, muss ich es nah zu meinem Gesicht halten. Und der Text sollte groß genug geschrieben sein, damit ich ihn besser lesen kann. Hier seht ihr meine Schummelzettel, wie groß der geschrieben ist.
Die Gläser meiner Brille sind sehr dick.
Und wie höre ich? Ich bin hochgradig hörbehindert, das heißt, dass ich die Sprache nicht ohne Hilfsmittel – also Hörgeräte oder Cochlea Implantate - verstehen kann. Ich habe zwei Cochlea Implantate, die Abkürzung dafür ist CI. Mit dem CIs höre ich besser, aber trotzdem nicht alles, vor allem nicht, wenn andere Geräusche auch noch dabei sind.
Meine Prozessoren von den CIs heißen Rondo 2 und sind von Medel.
Wenn ich mit anderen Personen reden möchte, dann ist das schwierig, weil ich immer wieder nachfragen muss und sie sich nicht wiederholen wollen. Da es im Alltag fast überall Nebengeräusche, zum Beispiel Straßenlärm, Musik oder andere Gespräche gibt, funktioniert das leider oft nicht gut.
In der Schule habe ich ein bisschen Gebärdensprache gelernt. Mit der Gebärdensprache könnte ich mich zwar unterhalten, aber dafür muss ich in der Nähe sein, damit ich die Gebärden sehen kann. Wenn ich zu weit weg bin, bekomme ich nicht mit, was gerade gebärdet wird, und wenn zu schnell gebärdet wird, ist das auch schwierig. In meiner Familie wird nur gesprochen, daher verwende ich sie kaum und habe leider schon einiges verlernt.
Genau das: …mit anderen zu sprechen …. ist für mich mit doppelter Behinderung das größte Problem. Es ist viel schwieriger, als wenn man nur schlecht sieht oder nur schlecht hört.
Ich persönlich würde mir wünschen, dass alle Menschen besser über Hör- und Sehbehinderungen Bescheid wissen und so auf mich und Betroffene eingehen können. Jetzt ein paar Tipps : 5 Punkte sind zum Kommunizieren besonders wichtig:
1. nah zu mir zu kommen, 2. langsam, 3. laut und 4. deutlich zu sprechen und 5. keinen Dialekt zu verwenden. Es sollten keine Hintergrundgeräusche und andere Gespräche um mich herum sein, damit ich alles gut verstehen kann.
Ich hoffe, der Beitrag gefällt euch und ihr habt etwas über Hörsehbehinderung gelernt.
Hier ist der Link zum Video: https://youtu.be/esmvTlSOt3U?si=tz2LBjEMzLZFrc5z